Tarzan

Noch bis Oktober schwingt sich Philipp Büttner als „Tarzan“ über die Bühne der Neuen Flora in Hamburg. Foto: Johann Persson, Stage Entertainment@Disney Theatrical Production

 

Derzeit verkörpert der 1991 in Rimpar geborene Philipp Büttner spektakulär „Tarzan“ auf der Bühne des Musical-Theaters Neue Flora in Hamburg. Am 14. Juni können ihn rund 400 Fans im Rimparer Schlosshof erleben – das Konzert „Mein Weg von Rimpar nach Hamburg“ ist schon seit Monaten ausverkauft! Der IGU für Rimpar ist es gelungen, Philipp zurück zu seinen Wurzeln einzuladen. Wir konnten Philipp ein paar Fragen stellen und freuen uns auf einen ganz besonderen Abend.

Hallo Philipp! Es gibt ein goldiges Bild von dir, das dich als „Räuber Hotzenplotz“ zeigt, bei einer Aufführung mit dem Kinderchor der Sing- und Musikschule in Rimpar. Wurde da der Bühnenvirus in dir geweckt?

Philipp Büttner

Erster Solo-Auftritt für Philipp Büttner als Räuber Hotzenplotz 2001 mit dem Kinderchor der Sing- und Musikschule.
Foto: Philipp Büttner

Ich wollte schon als ganz kleines Kind Sänger, Schauspieler oder Tänzer werden, ohne damals überhaupt zu wissen, was das genau bedeutet. Einen großen Einfluss hatte sicher auch, dass ich mit drei Jahren meinen ersten Kinofilm gesehen habe: „Aladdin“. Dazu gibt es sogar Fotos von mir in der Krabbelstube im Aladdin-Kostüm. Ich habe einfach schon immer eine sehr starke Verbindung zur Musik gehabt – zum Singen, zum Schauspielen, zur Bühne. Und diese Begeisterung ist bis heute geblieben.

An was erinnerst du dich noch gerne, wenn du an deine Kindheit und Jugend in Rimpar zurückdenkst?
Wir haben damals in der Konrad-Adenauer-Straße gewohnt, und direkt gegenüber war der Scheuerberg-Spielplatz, auf dem ich unglaublich viel Zeit verbracht habe. Wir haben dort stundenlang gespielt, uns Geschichten ausgedacht und nachgespielt. Vor allem sind wir dabei ständig in verschiedene Rollen geschlüpft und haben unserer Fantasie freien Lauf gelassen – ganz spielerisch, ohne groß darüber nachzudenken.  Ich glaube, genau das war auch ein wichtiger Teil davon, warum diese Lust am Schauspiel so früh entstanden ist.

Gibt es einen Lieblingsplatz in Rimpar? Und in Hamburg?
Mein Lieblingsplatz in Rimpar ist der Feldweg hinten an der Kettelerstraße, Richtung Wald. Ich habe dort schon unzählige Stunden verbracht – einfach draußen, unterwegs, in der Natur. Das ist ein Ort, an dem ich sehr gut abschalten kann und der für mich viel mit Heimatgefühl zu tun hat.
In Hamburg liebe ich vor allem das Wasser: den Hafen und die Alster. Das sind für mich sehr besondere Orte in der Stadt. Ich habe schon in einigen großen Städten gelebt, aber in Hamburg ist es überall grün. In fast jeder Straße gibt es Bäume, Parks und Wasser in der Nähe. Das genieße ich sehr.

„Endlich angekommen“ singst du als Hercules – auch mit Helene Fischer in ihrer Show 2024. Wann hattest du das Gefühl, mit deiner Kunst wirklich angekommen zu sein?
Das ist eine gute Frage, weil dieses Gefühl natürlich nicht an einem bestimmten Moment festzumachen ist. Am Anfang stand die Aufnahme an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München, ein großer Schritt – die erste Hürde war geschafft. Danach wusste ich aber noch nicht genau, wie der Beruf als Musicaldarsteller wirklich aussieht.

Ein erster echter Moment des Ankommens war für mich die Erstbesetzung von Aladdin. In den letzten drei Jahren kamen viele weitere wichtige Rollen wie Robin Hood, Hercules und jetzt Tarzan sehr dicht aufeinander. Aber insgesamt ist das ein Prozess, der in Wellen verläuft. Auch kleinere Projekte, Konzerte und eine wachsende Fangemeinde gehören dazu und verstärken dieses Gefühl. Natürlich gibt es auch Zweifel und ruhigere Phasen – aber gerade mit Hercules und Tarzan habe ich schon sehr das Gefühl, angekommen zu sein.

Wie sieht der typische Tag eines Musical-Darstellers aus?
Der typische Tag beginnt bei mir meistens mit Sport. Ich mache sehr viel davon: Personal Training mehrmals die Woche, Kraftsport und regelmäßig auch Ballett.
Danach gehe ich nach Hause und esse gesund zu Mittag. Der Nachmittag ist oft für Organisation, E-Mails und Planung reserviert. Abends geht es dann ins Theater für Proben oder Vorstellungen. Am Wochenende spielen wir doppelt und haben nur einen freien Tag in der Woche. Es ist ein sehr intensives Pensum, bei dem Ernährung, Sport und Schlaf extrem wichtig sind – gerade bei körperlich anspruchsvollen Rollen wie Tarzan.

Gibt es eine Musical-Rolle, die dir besonders nahe war, einen Lieblingscharakter? Und welchen möchtest du noch unbedingt verkörpern?
Ich habe das große Glück, bereits viele Traumrollen gespielt zu haben. Ganz vorne dabei sind Aladdin, Goethe, Hercules, Tarzan und Frank aus „Catch Me If You Can“. Ehrlich gesagt könnte ich die Liste noch lange weiterführen. Wenn ich mir Rollen wünsche, die ich noch spielen möchte, dann wären das The Great Gatsby,  The Greatest Showman und Jean Valjean aus „Les Misérables“.

Wie erarbeitest du dir so unterschiedliche Rollen?
Das ist im Grunde genau der Job, den ich gelernt habe – die technische und künstlerische Arbeit. Am Anfang stehen immer Text und Musik. Ich arbeite das Stück durch, lerne den Text und analysiere die Figur: Wer ist das, woher kommt sie, wie spricht sie, wie denkt sie? Dann kommt die musikalische Ebene dazu: Musical ist kein eigener Musik-Stil, sondern bedient sich je nach Stück aus Pop, Rock oder auch von der klassischen Musik. Damit arbeite ich dann täglich und entwickle die Rolle Schritt für Schritt.

Magst du schon ein paar Titel verraten, die du am 14. Juni auf der Schlossbühne singen wirst?
Das Besondere ist, dass in Rimpar viele Menschen im Publikum sein werden, die mich vielleicht noch nie auf der Bühne gesehen haben. Deshalb wird es ein sehr persönliches Programm mit vielen Songs aus meinen bisherigen Rollen sein. Gleichzeitig wird es auch Überraschungen geben, vor allem für diejenigen, die schon Konzerte von mir gesehen haben. Ein neuer Whitney-Houston-Song wird dabei sein, weil sie mich seit meiner Kindheit inspiriert. Und natürlich Disney – Aladdin darf nicht fehlen, genauso wie „Endlich angekommen“ aus Hercules.

Dürfen sich deine Fans auf Autogramme nach dem Konzert freuen?
Ja, natürlich nehme ich mir nach dem Konzert Zeit für Autogramme und Fotos.
Außerdem wird es noch eine Überraschung geben: Ich habe einen Überraschungsgast dabei, den ich noch nicht verraten möchte. Neben meinen drei Musikern und mir wird also noch jemand auf der Bühne stehen, der ebenfalls singen wird. Darauf freue ich mich sehr – aber das bleibt erstmal noch ein Geheimnis.

Philipp Büttner

Philipp Büttner präsentiert am 14. Juni das Konzert „Mein Weg von Rimpar nach Hamburg“ auf der Schlosshof-Bühne.
Foto: Philipp Büttner

Das Interview führte Eva-Maria Schorno für die Veranstalter des Konzerts, IGU für Rimpar und Weltladen Rimpar.